UN-Klimabericht: Der Klimawandel ist real, Leben und Existenzgrundlagen bedroht

Extreme Wetterereignisse: In Chamelecón, Honduras, wurden 2020 viele Häuser durch die unerwarteten Überschwemmungen der Hurrikane Eta und Iota verwüstet. Foto: LWB/Sean Hawkey

LWB drängt auf ehrgeizige Maßnahmen zum Schutz der am meisten gefährdeten Menschen

GENF, Schweiz (LWI) - Der Lutherische Weltbund (LWB) begrüßt den jüngsten wissenschaftlichen Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) als „eine weitere Bestätigung dafür, dass die Klimakrise, mit der die Welt konfrontiert ist, die größte existenzielle Herausforderung unserer Zeit ist“.

Der IPCC, das Gremium der Vereinten Nationen, das die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Klimawandel bewertet, hat am 9. August den Sachstandsbericht zu naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels veröffentlicht. Es handelt sich um den ersten Teil des bevorstehenden umfassenden Sechsten Sachstandsberichts. In dem Bericht stellt das UN-Gremium fest, dass sich das Klima in allen Regionen der Erde und über alle Klimasysteme hinweg verändert. Einige der Veränderungen sind bereits über die nächsten Jahrhunderte unumkehrbar, beispielsweise der Anstieg des Meeresspiegels.

„Der Bericht bestätigt, was uns Millionen von Menschen schon seit Jahrzehnten sagen: Der Klimawandel ist real und bedroht bereits jetzt Leben und Lebensgrundlagen, vor allem derjenigen, die ohnehin schon gefährdet sind“, sagt Isaiah Toroitich, Leiter für Globale Advocacy-Arbeit des LWB.

„Wir begrüßen diesen Bericht als eine solide wissenschaftliche Grundlage für Klimamaßnahmen. Es ist klar, dass die Regierungen das Problem nicht ernst genug nehmen und nicht einmal den Verpflichtungen des Pariser Abkommens nachkommen. Wir brauchen jetzt dringend ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen – diese und die künftige Generation hängen davon ab.“

Der Bericht prognostiziert eine globale Erwärmung um 1,5°C bereits in den nächsten zwei Jahrzehnten, mit zunehmenden Hitzewellen, längeren warmen Jahreszeiten und kürzeren kalten Jahreszeiten. Der Bericht warnt vor möglichen katastrophalen und extremen Klimaauswirkungen, bekräftigt aber auch, dass es Hoffnung gibt, die schlimmsten Szenarien zu vermeiden, wenn umgehend Maßnahmen ergriffen werden.

„Jede einzelne Maßnahme zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel – sei es von Regierungen, Unternehmen oder Einzelpersonen – zählt. Wir müssen die CO2-Emissionen gemeinsam senken“, so Toroitich.

Der LWB setzt sich auf globaler Ebene für Klimagerechtigkeit ein und beteiligt sich aktiv an den UN-Klimaverhandlungen. Die Vorbereitungen für die Welt-Klimakonferenz COP26 in Glasgow im Laufe dieses Jahres laufen bereits. Darüber hinaus unterstützt der LWB seine Mitgliedskirchen dabei, die Auswirkungen des Klimawandels auf die am meisten gefährdeten Menschen abzumildern und ihre Anpassungsfähigkeit zu stärken. Über den Weltdienst unterstützt der LWB Gemeinschaften, die von Kriegen, Konflikten und Vertreibungen betroffen sind. Die Ursachen hierfür hängen häufig mit der durch den Klimawandel verursachten Verschlechterung von Bedingungen wie Wasserknappheit, Acker- und Weideland zusammen.

„Der LWB wird seine Anstrengungen verdoppeln, um Menschen und Gemeinschaften zu unterstützen, die von humanitären Krisen infolge des Klimawandels betroffen sind, während wir weiterhin Klimagerechtigkeit, Gerechtigkeit zwischen den Generationen und die Bewahrung der Schöpfung fordern“, so Toroitich.

Der IPCC veröffentlicht alle sechs bis sieben Jahre umfassende wissenschaftliche Sachstandserichte zum Klimawandel; der letzte wurde 2014 fertiggestellt und war eine wichtige Referenz bei den Verhandlungen über das Pariser Abkommen 2015.