Tigray: Hilfe für Mütter und Kinder

Seit es im November 2020 im nordäthiopischen Tigray zu blutigen Kämpfen zwischen der Regionalregierung und Äthiopiens Armee gekommen ist, haben Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen. Allein innerhalb Tigrays wurden 2,2 Millionen vertrieben, darunter auch viele Mütter und Kleinkinder. Sie harren in provisorischen Notunterkünften aus und sind dringend auf Hilfe angewiesen. Der Lutherische Weltbund leistet Nothilfe.

Alptraum Flucht

Der Tigray-Konflikt hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. In zahlreichen Schulen im Süden der Region, rund um die Bezirkshauptstadt Mek’ele, wurden eiligst Notunterkünfte eingerichtet. Die meisten waren innerhalb kürzester Zeit vollkommen überfüllt. Besonders alarmierend ist, dass etwa die Hälfte der Geflohenen Mütter und Kinder unter fünf Jahren sind.

Saron Abraha mit ihrer jüngsten Tochter Senait: Die Familie ist aus dem Norden Tigrays nach Mek’ele geflohen. © LWB/S. Gebreyes

 

Eine von ihnen ist Saron Abraha (Name zum Schutz der Person geändert). Die 30-Jährige hat fünf Kinder und ist erneut schwanger. Ihre mehrtägige Flucht war ein Alptraum. Saron hat die zweijährige Senait auf dem Rücken getragen und ihr Mann die fünfjährige Lydia. Die älteren drei Kinder mussten die 225 Kilometer von Aksum nach Mek’ele selbst zurücklegen. Hätten unterwegs nicht mitfühlende Soldaten ihre Essensrationen mit den Kindern geteilt – Saron weiß nicht, ob sie alle heil angekommen wären.

Hilfe wird dringend gebraucht

In Mek’ele angekommen hat die Familie in einer Schule Zuflucht gefunden, die erst kurz zuvor zur Notunterkunft umfunktioniert wurde. Die Zustände sind prekär: In nur acht Räumen schlafen insgesamt 1.600 Menschen, es gibt nur vier Waschgelegenheiten. Außerdem mangelt es an Matratzen und Decken sowie an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Kochsets für die Familien.

Gemeinsam mit der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus leistet der LWB umfassende Soforthilfe in Tigray. Unter anderem hat das Team in zwei Schulen Nahrungsmittel verteilt. Jede Familie hat 25 Kilogramm Mehl, zwei Liter Pflanzenöl und zehn Kilogramm Famix – eine mit Vitaminen angereicherte Spezialnahrung aus Mais, Weizen und Soja – erhalten. Mütter, schwangere und stillende Frauen werden zudem mit Kochsets ausgestattet, damit sie Mahlzeiten für ihre Familien zubereiten können. Darüber hinaus werden Decken, Matratzen sowie Bettzeug bereitgestellt.

Mitarbeitende des LWB verteilen Geschirr und Kochutensilien an besonders Bedürftige. © LWB/S. Gebreyes

 

Auch die Trinkwasserversorgung verbessert der Lutherische Weltbund. Gegenwärtig wird sauberes Wasser noch mit Lastwagen in die Notunterkünfte gebracht. Anfang Juni hat das Team jedoch bei Mek’ele ein Bohrloch gegraben. Wasserleitungen sollen das kostbare Nass zukünftig direkt zu den Menschen bringen. In einem großen Camp, in das die Vertriebenen aus den Notunterkünften umgesiedelt werden sollen, erhalten dann mindestens 13.000 Menschen Zugang zu jeweils 15 Litern am Tag.

Der LWB in Äthiopien

Der Lutherische Weltbund hilft bereits seit 1971 in Äthiopien. Mit dem Bau von Brunnen und Latrinen verbessert das Team die sanitäre Versorgung im Land. Zudem werden Wasserkomitees gegründet, damit die Menschen die Anlagen selbst instand halten können. Mit landwirtschaftlichen Trainings und verbessertem Saatgut unterstützt der LWB insbesondere Flüchtlinge und Vertriebene dabei, sich sichere Lebensgrundlagen zu schaffen. 2019 hat der Lutherische Weltbund in Äthiopien mehr als 350.000 Menschen erreicht. Bitte helfen auch Sie!

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