Schmerzhafte Diskriminierung

Pfarrerinnen der ersten Stunde: (v.l.) Mechthild Brauer, Gertrud Böttger-Bolte, Gudrun Hahn und Ingeborg-Charlotte Neubeck, zusammen mit Altbischof Prof. Dr. Gerhard Müller und Landesbischof Dr. Christoph Meyns. Foto: Agentur Hübner

Landesbischof Meyns würdigt die ersten Pfarrerinnen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig

Braunschweig. Landesbischof Dr. Christoph Meyns hat sich für mehr Frauen in kirchlichen Leitungsämtern ausgesprochen. Er sei dankbar dafür, dass Frauen im Pfarramt heute eine akzeptierte Selbstverständlichkeit seien, betonte er bei einem Festgottesdienst im Braunschweiger Dom am 4. April zum 50-jährigen Bestehen der Frauenordination in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig. 1968 waren die ersten sechs Frauen nach schweren innerkirchlichen Auseinandersetzungen zu Pfarrerinnen ordiniert worden.
 
An die damals Ordinierten gewandt, sagte der Landesbischof, es schmerze ihn als Nachgeborenen, „wie viele Verletzungen Sie erfahren haben, wie viele frauenfeindliche und diskriminierende Äußerungen Sie erdulden mussten.“ Zu den theologischen Argumenten, die damals zur Sprache gebracht wurden, sagte er: „Sie ärgern mich in ihrer biblizistischen Enge und angstbesetzten Armseligkeit.“
 
Das Jubiläum, so der Landesbischof weiter, sei ein Anlass, kritisch danach zu fragen, wie es heute um die Gemeinschaft von Männern und Frauen in der Kirche bestellt sei. Gleichstellung, gegenseitiges Verständnis, gegenseitiger Respekt und ein gutes Miteinander zwischen den Geschlechtern müssten weiter gefördert werden.