Rohingya brauchen Hilfe

Zeltplanen über Äste gelegt, unten ein matschiger Boden. Eine Handvoll Kinder in der Hütte und ebenso viele Erwachsene. Müde Augen und schwere Körper. So blicken uns Flüchtlinge aus Myanmar (Burma) auf Fotos aus Bangladesch entgegen.

Seit August 2017 wurden über 600.000 Menschen vor allem vom staatlichen Militär aus ihrer Heimat im nördlichen Rakhine vertrieben. Hütten wurden geplündert, Felder in Brand gesetzt und Frauen vergewaltigt. Die meisten Betroffenen gehören der muslimischen Minderheit an, die man international Rohingya nennt. Laut UN sind sie die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt. Seit Jahrzehnten werden sie systematisch von der Regierung Myanmars bedrängt. Ein normales Leben ist für sie unmöglich.

Viele landen deshalb in Slums oder Lagern. Dort sind sie völlig auf Hilfsorganisationen angewiesen, die so gut es geht für menschenwürdige Zustände sorgen. Allein im zentralen Teil des Bundesstaats Rakhine leben aktuell 120.000 Menschen in solchen Lagern. Seit vier Jahren arbeitet der Lutherische Weltbund (LWB) hier und versorgt die Menschen mit dem Nötigsten, unabhängig ihrer Ethnie oder Religion.

Aber seit der letzten Vertreibungswelle mussten wir unsere Arbeit fast vollständig einstellen. Der Staat hat dem LWB die notwendigen Genehmigungen verwehrt, um in die Lager zu gelangen. Wie es den Menschen dort nach Wochen ohne Hilfe geht, wissen wir nicht genau. Auch nicht, wann genau wir unsere Arbeit wieder aufnehmen können. Sicher ist aber: Die Not ist groß.

Wenn unsere Informationen stimmen, soll der LWB noch im November wieder in die Lager im zentralen Teil Rakhines dürfen. Dann wollen wir möglichst schnell 500 Familien mit Lebensmittelpaketen helfen. 500 weitere Familien wollen wir mit lebensnotwendigen Gegenständen, wie Decken und Moskitonetze, versorgen.

Um schnell Hilfe leisten zu können, sind wir auf Spenden angewiesen: Schon 20 € ermöglichen uns, einer ganzen Familie Zahnbürsten, Seife und andere Hygieneartikel bereitzustellen. Nur 1,30 € pro Tag oder 40 € im Monat benötigen wir, um eine Person mit Reis, Bohnen und etwas Öl, Salz und Zucker zu versorgen. 500 € kostet eine Behelfsunterkunft für eine Familie: 16 m² Platz ohne Luxus, aber im Trockenen.

Im Jahr 2017 sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Das harte Schicksal der Rohingya, die von der eigenen Regierung verfolgt werden, wurde uns durch die jüngste Gewalt noch einmal vor Augen geführt.

Die Hilfsorganisationen, wie der LWB, stehen vor großen Aufgaben. Aber gemeinsam können wir einen konkreten Beitrag dazu leisten, Menschen in Not zu helfen, ob in Myanmar, im Nahen Osten oder in Afrika.

Das Nötigste bereitstellen

Zahnbürsten, Seife und andere Hygieneartikel für eine Familie
Reis, Bohnen und etwas Öl, Salz und Zucker für eine Person
Eine 16 m²-Behelfsunterkunft für eine Familie