Ökumene gestalten – Kirchen stärken

Studierende im Stipendienprogramm des DNK/LWB trafen sich zum Austausch und Kennenlernen mit dem Stab in der Geschäftsstelle. Foto: Astrid Weyermüller

Treffen von Stipendiatinnen und Stipendiaten des DNK/LWB

Sie studieren an unterschiedlichen Orten in Deutschland, kommen aus verschiedenen Landeskirchen und sind sich doch seit ihrem Studienjahr im Ausland sehr vertraut: Mona Hein, Leonie Schmid (Evangelische Landeskirche in Württemberg) und Lucas Horn (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern) haben sich an der Near East School of Theology (NEST) in Beirut, Libanon, kennengelernt.

„Die NEST ist nicht nur eine theologische Fakultät. Die Studierenden leben auch im Gebäudekomplex und gestalten ihren geistlichen und persönlichen Tagesablauf gemeinsam – es entsteht eine enge Gemeinschaft“, berichtet Leonie Schmid. Für Lucas Horn waren die zahlreichen Konfessionen und christlichen Strömungen, die es in der Region in einer großen Dichte gibt, einer der Gründe, hier ein Studienjahr zu verbringen: „Die Verbindung von theoretischem Wissen und konkreter Begegnung mit den Menschen war sehr beeindruckend.“ Mona Hein fand die interreligiöse Auseinandersetzung mit dem Islam sehr bereichernd. Aber auch hier ist „die theologische Betrachtung die eine Ebene und das Zusammenleben der Religionen im Alltag eine ganz andere.“  

Möglich wurde dieser Studienaufenthalt durch ein Stipendium: Das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) vergibt jährlich etwa 35 Studien-, Forschungs- und Sprachstipendien im kirchlich-theologischen Bereich. Damit fördert es den weltweiten theologischen und interkulturellen Austausch, die Bildung kirchlicher, ökumenischer und akademischer Netzwerke sowie die Qualifizierung kirchlicher und akademischer Mitarbeitender.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen jedoch nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. So waren beim diesjährigen Treffen von Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Geschäftsstelle des DNK/LWB, das am 18. und 19. Februar in Hannover stattfand, auch drei Studierende aus Lateinamerika dabei und ein Student aus Äthiopien.

Eine von ihnen ist Karla Steilmann. Sie ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche am La Plata und hat über ein Stipendium des DNK/LWB die Möglichkeit, an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig an ihrer Promotion zu arbeiten. „Dort kann ich mit Quellen arbeiten, die mir in meiner Heimat Paraguay nicht zur Verfügung stehen“, erklärt sie.

Das Stipendienprogramm vom DNK/LWB gibt es bereits seit 1952. In diesem Zeitraum wurden mehr als 2.000 Personen aus Deutschland und aus den Mitgliedskirchen des LWB gefördert.