LWB-Jugend: „Wie heißen wir Fremde willkommen?“

LWB Friedesnbotschafterinnen und -botschafter bei einem Treffen in Genf. Foto: LWB

YearofPeace22-Teilnehmende diskutieren über Religion und Willkommenskultur

GENF, Schweiz (LWI) – „Welche Flüchtlingsarbeit haben wir in unseren Kirchen geleistet?“ „Wie begrüßen wir als Kirche Geflüchtete, die mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen zu uns in unsere Gemeinschaften kommen?“ „Warum sollten wir als Christinnen und Christen andere Menschen willkommen heißen?“ Das sind einige der Fragen, die das Globale Netzwerk Junger Reformatorinnen und Reformatoren (GYRN) sich und den Kirchen anlässlich der dritten #YearOfPeace22-Online-Veranstaltung gestellt hat.

Angesichts des Weltflüchtlingstages und der Weltflüchtlingswoche in diesem Jahr haben die Global Young Reformers des Lutherischen Weltbundes aus Europa im Rahmen der „Jahr des Friedens“-Reihe federführend für das gesamte globale Netzwerk Andachten, Reflexionen und Gespräche angeleitet.

„Jesus lehrte uns, alle Menschen zu lieben, denn alle Menschen sind vor Gott gleich. Deshalb ist es unsere Aufgabe, unsere Nachbarn mit Liebe und Respekt willkommen zu heißen“, sagte Alladi Penchalrao von den Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Indien.

Die vierteljährlichen Versammlungen, die vollständig von der LWB-Jugend ausgerichtet werden, sprechen Themen an, die nach Einschätzung der Veranstaltenden für die Gemeinschaften und Kirchen von besonderer Brisanz sind. Die Teilnehmenden diskutierten darüber, was es bedeutet, als Gläubige und in der Friedensarbeit engagierte Menschen einander willkommen zu heißen, besonders Migrierte und Geflüchtete. 54 junge Erwachsene aus allen sieben LWB-Regionen nahmen an der Versammlung teil.

„Es war erhebend zu erfahren, welche Willkommenskultur die lutherischen Kirchen weltweit praktizieren. So habe ich zum Beispiel gelernt, dass in einigen Gemeinden in Tansania die gesamte Kirche die Neuankömmlinge begrüßt“, sagte Elsa Matthias von der Lutherische Kirche von Australien und Neuseeland.

Jugendleiter Mateusz Mendroch und Pfr. Marcin Brzóska von der Evangelischen Kirche der Augsburger Konfession in Polen berichteten in einer Präsentation über die Arbeit der Kirchen mit Geflüchteten, die vor kurzem aus der Ukraine in Polen angekommen sind. 

Seit der russischen Militärinvasion der Ukraine am 24. Februar 2022 sind etwa sieben Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Fast drei Millionen haben Zuflucht im Nachbarland Polen gefunden.

Die beiden Referenten sprachen darüber, wie die Kirche kleine Geschäfte eingerichtet hat, um die Geflüchteten mit notwendigen Bedarfsgütern zu versorgen, und wie die Kirche in einigen Gemeinden Gottesdienste auf Ukrainisch gehalten hat.

Jakob Voss von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hielt eine Andacht. Dann, bevor sie mit einem Gebet schloss, fragte GYR-Mitglied Pfarrerin Veronica Palsson von der Schwedischen Kirche die Teilnehmenden: „Was sind Ihre Ängste und Hoffnungen?"

„Heute haben wir gehört, dass Themen wie Friedensarbeit, Willkommenskultur und Glauben nicht nur für den Kontext der Jungen Reformerinnen und Reformer in Europa gelten, die diese Veranstaltung geplant haben, sondern auch in den Gemeinschaften unserer LWB-Jugend überall auf der Welt von größter Bedeutung sind.

„Auf dieser Versammlung haben die jungen Menschen sich gegenseitig Geschichten erzählt, die Ideen und Perspektiven anderer Menschen kennengelernt und gemeinsam gebetet, und sie werden weiterhin Solidarität als Geschwister in Christus aufbauen“, so Savanna Sullivan, LWB Programmreferentin für Jugend.

Die Online-Veranstaltung ist Teil des Themas der LWB-Jugend für ein „Jahr des Friedens“ 2022. Damit sollten Räume für weitere Fragestellungen geschaffen werden, die ihren Anfang auf der „Friede auf Erden“-Online-Adventsveranstaltung des Globalen Netzwerks Junger Reformerinnen und Reformer genommen hatten.

Von LWB/A. Gray. Deutsche Übersetzung: Detlef Höffken, Redaktion: LWB/A. Weyermüller