Lernen für die Zukunft

Schulbesuch für jemenitische Flüchtlinge

Im kleinen und bitterarmen Dschibuti kommen immer mehr Flüchtlinge aus dem Jemen an. Sie können nur mit dem Nötigsten versorgt werden. Der Lutherische Weltbund (LWB) sorgt sich um die Zukunft der Kinder und will möglichst vielen den Schulbesuch ermöglichen.

Dschibuti liegt in einem Teil der Welt, in dem die Menschen seit Jahrzehnten unter Kriegen und Krisen leiden. Das kleine Land am Horn von Afrika ist zwar von Kämpfen weitgehend verschont geblieben. Trotzdem hat es unter den Folgen der Konflikte zu leiden. Seit vielen Jahren strömen Flüchtlinge ins Land, vor allem aus Somalia. Nun kommen diejenigen aus dem Jemen dazu, der wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Roten Meeres liegt. Wegen der heftigen Kämpfe dort ist die Zahl der Flüchtlinge in der Hauptstadt innerhalb eines Jahres um mehr als das Doppelte gestiegen. Das ist eine schwere Belastung für das kleine afrikanische Land mit nur 800.000 Einwohnern.

Das Land ist zwar als Militärstützpunkt und Ausgangspunkt für den Kampf gegen die Piraten bekannt. Aber die Lebensumstände der Menschen und die weitverbreitete Armut kennt kaum jemand. Das Land am Horn von Afrika hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Mehr als die Hälfte der Menschen in dem Staat, der zu den kleinsten und ärmsten Ländern Afrikas zählt, haben keine Arbeit. Trotz der weitverbreiteten Armut kommen die Flüchtlinge bei Familien unter. Doch die Neuankömmlinge aus dem Jemen können kaum ausreichend versorgt werden.

 

Roda mit ihrem Sohn Hamzain. Foto: LWB/H. Wikström

 

LWB unterstützt Schulbesuch

In dieser Situation steht der LWB den Menschen bei. Besonders erschreckend finden die Mitarbeitenden vor Ort, dass die Flüchtlingskinder keine Schule mehr besuchen können, weil den Eltern meist die Mittel fehlen. Die Gefahr ist groß, dass sich die Kinder und Jugendlichen kriminellen Banden anschließen. Um das zu verhindern, unterstützt der LWB so viele Kinder wie möglich, damit sie die Schule besuchen können. Spendenmittel aus Deutschland ermöglichen geflüchteten Kindern den Schulbesuch.

Mit nicht mehr als einer Plastiktasche voll Kleidung ist Roda mit ihren beiden Kindern in Dschibuti angekommen. Unterschlupf haben die Flüchtlinge hier bei einer Familie gefunden. Roda ist behindert, deshalb muss ihre 15 Jahre alte Tochter als Putzkraft für den Lebensunterhalt sorgen. Unterstützung findet die 38-Jährige durch den LWB. Von ihm erhielt sie eine Prothese, und regelmäßig besucht sie eine Selbsthilfegruppe für Frauen. Sie hofft, dass der LWB auch ihren Kindern helfen wird. „Ich möchte meinen Sohn in die Schule schicken. Aber ich kann es mir nicht leisten“, sagt sie.

 

Hanna ist glücklich. Trotz Flucht kann sie zur Schule gehen. Foto: LWB/H. Wikström

 

Der Schulbesuch von Jugendlichen ist ein Schwerpunkt des LWB in Dschibuti. Besonders die neu ankommenden Kinder aus dem Jemen machen den Verantwortlichen Sorgen. „Diese sind besonders gefährdet, weil sie keine Unterstützung erhalten und nicht wissen, wo sie hin sollen. Schulbildung stärkt diese Kinder“, heißt es. Sie sind aber vergessen von der Welt, genauso wie der blutige Bürgerkrieg, der seit 2015 im Jemen wütet. 17 Millionen Menschen, das sind 60 Prozent der Jemeniten, haben nicht genug zu essen. Das Land erlebt eine humanitäre Katastrophe.

Auch Hana ist mit ihrer Familie geflohen. „Eigentlich hatten wir alles, was wir brauchten, nur nicht Frieden und Sicherheit“, sagt Hanas Vater, der beinahe bei einem Bombenangriff starb. Der Jemen ist nur durch eine Meerenge von circa 20 Kilometern von Dschibuti getrennt. Für die Überfahrt verkaufte die Familie all ihren Besitz im Jemen und brach damit die Brücken in ihre kriegsgeschüttelte Heimat ab. Da sie mittellos in Dschibuti ankamen, waren sie auf Hilfe angewiesen. Trotz der schlechten Lage in Dschibuti kein aussichtsloses Unterfangen: Nachbarn halfen den Neuankömmlingen sogar bei der Miete. 

Hana will Lehrerin werden. Aber als Flüchtling ist dieser Traum für die 14-Jährige nur schwer zu verwirklichen. Doch vielleicht rückt der Traum in greifbare Nähe durch die Unterstützung des LWB. Er zahlt für Hana die Schulgebühren, kümmert sich um Schulmaterial und den Transport zur Schule. Damit für Hana ein Neuanfang in Dschibuti möglich ist.

 

Der LWB in Dschibuti

  • In Dschibuti herrscht bittere Armut. Die Hälfte der Bevölkerung hat keine Arbeit.
  • Mehr als 30.000 registrierte Flüchtlinge aus dem Jemen erhöhen den Druck. Die Menschen erhalten als Unterstützung nur das Nötigste zum Überleben.
  • Ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Lutherischen Weltbundes in Dschibuti sind die jemenitischen Flüchtlingskinder. Um ihnen eine Chance für die Zukunft zu geben, soll möglichst vielen Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden.