Das DNK/LWB koordiniert die Arbeit der deutschen Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund und unterstützt den Lutherischen Weltbund bei seiner theologischen, missionarischen und diakonischen Arbeit. Als Teil des LWB unterhält es auch direkte Beziehungen zu zahlreichen Mitgliedskirchen des LWB weltweit.

Sie finden Gestalt in regelmäßigem Informationsaustausch, gegenseitigen Besuchen, wechselseitigen Einladungen zu Synoden und anderen Tagungen sowie der Unterstützung von Maßnahmen und Projekten. Grundsätzliche Fragen und politische Entwicklungen in den Kontexten dieser Kirchen werden dabei aufmerksam miteinander wahrgenommen und darüber beraten.

Zusammenarbeit und Abstimmung mit Partnerorganisationen

International sind Kontakte zu überregionalen Zusammenschlüssen und ökumenischen Organisationen wichtige Verankerungen, beispielsweise zur Lutherischen Gemeinschaft im Südlichen Afrika (LUCSA) oder zum Programm für christlich-muslimische Beziehungen in Afrika (PROCMURA) mit Sitz in Nairobi, Kenia.

Bei diesen Aufgaben ist dem DNK/LWB eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit Partnern in Deutschland wichtig. An erster Stelle ist die VELKD zu nennen, aber auch der Austausch mit den zuständigen Referaten der EKD, anderen Missionswerken und regionalen Zusammenschlüssen ist von großer Bedeutung. Es erfolgt eine intensive Zusammenarbeit und Austausch mit den einzelnen lutherischen Missionswerken sowie mit dem Dachverband Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW) und dem Martin-Luther-Bund. Auch zu anderen Partnern, wie z.B. Brot für die Welt, besteht eine langjährige und gute Kooperation.

Diese Beziehungen werden in der Lutherstadt Wittenberg auf besondere Wiese erlebbar. Das LWB-Zentrum Wittenberg führt mehrmals im Jahr Seminargruppen mit Teilnehmenden aus allen Weltregionen zusammen. Und der Luthergarten, ein Projekt zu 500 Jahre Reformation 2017, ist mit seinen 500 Bäumen, die jeweils von einer Kirche gepflanzt wurden, ein lebendiges Denkmal der Ökumene und der versöhnten Verschiedenheit.

Historische Wurzeln

Die Beziehungen zwischen Kirchen über Ländergrenzen hinweg haben oftmals historische Wurzeln. Zu lutherischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa sind die historischen Verbindungen besonders ausgeprägt, und die geografische Nähe erleichtert die unmittelbare Kontaktaufnahme. Seit der Reformation war Deutschland für alle lutherischen Kirchen in dieser Region ein primärer Bezugspunkt in Fragen der Lehre, der Ausbildung von Pfarrern (und in der Folge auch von Pfarrerinnen) und der Entwicklung des Kirchenwesens. Viele lutherisch geprägte Kirchen, beispielsweise in den Niederlanden, Großbritannien, Italien oder Polen, sind in ihrer Geschichte durch eingewanderte Deutsche stark beeinflusst worden. Dies trifft auch auf einige Kirchen in Lateinamerika zu: Sie sind in ihren Anfängen von Einwanderern geprägt oder gegründet worden. Heute hat diese Prägung jedoch sehr stark abgenommen.

Auch die jahrhundertelange Missions- und Entwicklungsarbeit der lutherischen Kirchen in Europa bildet die Grundlage für viele der Beziehungen in die Regionen Afrika, Asien, Australien und Pazifik sowie Lateinamerika und Karibik.