„Gewissenhafte Hirtin, theologisch klar profiliert“

Inken Wöhlbrand ist seit dem 1. Oktober Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg. Foto: VELKD

Inken Wöhlbrand als neue Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg eingeführt

Wittenberg, Deutschland - In Wittenberg wurde heute Pastorin Inken Wöhlbrand mit einem Abendmahlsgottesdienst als neue Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg in ihr Amt eingeführt. Die Einführung nahmen Landesbischof Gerhard Ulrich und Erzbischof Urmas Viilma vor. Ulrich ist Landesbischof der Nordkirche und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Viilma ist Erzbischof der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) für die Region Mittel- und Osteuropa.

Die aus Dithmarschen (Schleswig-Holstein) stammende Wöhlbrand hat am 1. Oktober 2018 die Nachfolge von Hans Kasch angetreten, der seit Sommer im Ruhestand ist. „Ich komme mit großer Freude nach Wittenberg und bringe Neugier und Offenheit mit“, so Wöhlbrand. „In den letzten Tagen bin ich herzlich in der Lutherstadt begrüßt worden. Ich freue mich auf das weitere Kennenlernen und die Zusammenarbeit mit den Menschen in Wittenberg. Gemeinsam wollen wir weltoffene Gastgeber für die internationalen Besucherinnen und Besucher des LWB sein.“

Einer Lerngemeinschaft den Weg bahnen

Mit Inken Wöhlbrand bekomme das LWB-Zentrum „eine gewissenhafte Hirtin, die theologisch klar profiliert ist“, unterstrich Landesbischof Ulrich während des Einführungsgottesdienstes. Wöhlbrand verfüge über eine große Erfahrung in der Ökumene und im Lutherischen Weltbund: „Die Kommunikation mit Menschen anderer Kulturen und Sprachen ist für Sie immer schon Grundlage des Dienstes der Verkündigung gewesen.“ Dies sei wichtig für die Arbeit als Direktorin des LWB-Zentrums. Die Teilnehmenden der theologischen Seminare bildeten die Vielfalt der weltweiten lutherischen Familie ab, so Ulrich. Sie hätten daher unterschiedliche theologische Fragen und Positionen. Als „Lerngemeinschaft“ in Wittenberg bräuchten sie eine Person, „die hilft, den Weg zu bahnen durch die Kulturen des Glaubens und der Theologie“, betonte Ulrich.

Erzbischof Viilma unterstrich aus den Erfahrungen seiner Region die wichtige Funktion des LWB-Zentrums: „Ich bin LWB-Vizepräsident für die Region Mittel- und Osteuropa, in der Kirchen oft als eine Minderheit in einer stark säkularisierten Gesellschaft leben und wirken. Daher schätze ich die Ermutigung, die neue Kraft und Inspiration sehr, die das LWB-Zentrum unseren Pastorinnen und Pastoren, unseren Mitarbeitenden und unseren Gemeindegliedern gibt. Ich wünsche mir, dass das LWB-Zentrum – mit dem Luthergarten als grünem Herz und schönem Symbol der lutherischen Weltgemeinschaft – unter der Leitung der neuen Direktorin Inken Wöhlbrand weiterhin großen Erfolg haben wird.“

Inken Wöhlbrand ist Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Sie studierte Theologie in Bethel, Bern und Hamburg. Auf das Studium folgte ein Aufenthalt in Südkorea sowie das Vikariat in Eutin. Im Mai 1992 wurde Wöhlbrand in Lübeck zur Pastorin ordiniert. Sie arbeitete beim Evangelischen Missionswerk in Hamburg, als Pastorin in Glasgow (Schottland) und Heikendorf (Schleswig-Holstein) sowie bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und beim DNK/LWB in Hannover. Zuletzt war sie Studierendenseelsorgerin an der Fachhochschule Westküste in Heide, Pastorin in der Kirchengemeinde Meldorf im Kirchenkreis Dithmarschen und zuständig für das Reformationsjubiläum des Kirchenkreises.

Das LWB-Zentrum ist die Repräsentanz des Lutherischen Weltbundes (LWB) mit seinen 148 Mitgliedskirchen in Wittenberg. Zu seinen Hauptaufgaben gehören internationale Seminare zu lutherischer Theologie sowie die Begleitung von Tagungen und internationalen Besuchergruppen in Wittenberg.