Ernte sichert Leben

Bohnen, Kohl und Auberginen. Sorgfältig versorgt Joy alle Pflanzen. Bei den Bohnen achtet die 19-Jährige auf jedes einzelne Pflänzlein. Gedeiht die Pflanze nicht, bleibt der Teller leer. Alltag in Laos.

Wie wertvoll dieses kleine Feld für sie und ihre Familie ist, lässt sich kaum ermessen. Hier draußen in Donemai, einem Dorf im Hochland von Laos, hat niemand eine Arbeitsstelle oder ein verlässliches Einkommen. Alle versorgen sich mehr oder weniger selbst. Einige haben kleine Reisfelder. Wenn die ganze Familie mithilft, reicht es zumindest für den größten Hunger. Die meisten leben aber von der Hand in den Mund, suchen in den dichten Wäldern wildes Gemüse, Waldkräuter und Maniok oder verdingen sich als Tagelöhner. „Wenn es keine Arbeit gibt und ich im Wald nichts Essbares finde, gehen wir hungrig zu Bett“, erzählt ein Nachbar. Seine eiserne Reserve: zwei Maiskolben und eine Banane.

Gemüse anbauen – das ist in den entlegenen Dörfern in Laos noch selten: „Bevor der Lutherische Weltbund kam, haben wir kein Gemüse angebaut. Wir wussten nicht wie“, berichtet Sao, die Mutter von Joy. Sie hat als eine der Ersten aus ihrem Dorf an einem Training vom Lutherischen Weltbund teilgenommen und eine Grundausstattung an Saatgut und Werkzeug bekommen. Seitdem ist Sao jeden Tag in ihrem Garten, gießt, jätet und erntet. Die Ernte ernährt die Familie. Statt der Unsicherheit, wo das Abendessen herkommt, steht gesundes Gemüse auf dem Speiseplan. Manchmal verkauft sie auch etwas, um ihre beiden jüngeren Kinder zur Schule zu schicken oder zu sparen. Worauf sie spart? „Wenn ich genug gespart habe, möchte ich Tiere aufziehen. Vielleicht Schweine oder Ziegen.“

Lebendige Sparschweine

Wie gut es Menschen in den Dörfern der Region Vieng Phouka geht, kann man leicht an der Anzahl der Tiere im Dorf ablesen. Schweine, Ziegen und auch mal eine Kuh sind ein wichtiges Standbein für Kleinbauern. Pflanzliche Nahrung ist für die Tiere genug vorhanden und als Lohn für die Arbeit winkt eine natürliche Rendite: Nachwuchs. Die Jungtiere können dann weiter aufgezogen und mit Gewinn verkauft werden. Tiere aufzuziehen ist eine einfache Art, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Es gibt nur ein großes Problem: Gerade die Ärmsten im Dorf können es sich nie leisten, ein Elternpaar Schweine oder Ziegen zu kaufen – und ohne Eltern gibt es auch keinen Nachwuchs.

Dieses Dilemma kennt auch der Lutherische Weltbund und unterstützt die besonders Bedürftigen – Witwen, Menschen mit Behinderungen oder Alte ohne Familie – mit Kleinkrediten. So auch die 37-jährige Bun Kam.

Die Witwe kämpfte immer damit, ihre sechsköpfige Familie über Wasser zu halten. Inzwischen hat sie sich eine neue Existenz aufgebaut. Zuerst nahm sie an einem Kurs des Lutherischen Weltbundes teil und lernte alles, was man für den Umgang mit Tieren wissen muss. Danach musste sie einen Stall bauen. Als alle Voraussetzungen für die erfolgreiche Viehhaltung erfüllt waren, erhielt sie vom Lutherischen Weltbund einen Kredit über 2 Millionen laotische Kip – rund 200 Euro.

„Ich habe davon ein männliches und drei weibliche Schweine gekauft“, erzählt sie. Nach nur einem Jahr hatte sie sechs Ferkel. „Zwei habe ich verkauft für je 800.000 Kip. Davon habe ich Kleidung für die Familie, Schulmaterial und Milch gekauft“, berichtet sie stolz.

Auch den Kredit hat sie schon zu einem guten Teil zurückgezahlt. Außerdem hat sie noch acht „Sparschweine“, die sie später verkaufen will. Bun Kam hat sich erfolgreich eine neue Lebensgrundlage geschaffen, allein durch eine einmalige Hilfe.

Starthilfe für Gemüseanbau und Kleinkredite sind nur zwei Beispiele, wie der Lutherische Weltbund Menschen in Laos zu einer neuen Existenz verhelfen kann. Helfen Sie mit!

 

Lebensgrundlagen sichern

pro Monat genügen, um eine besonders bedürftige Person in Laos zu unterstützen
für Saatgut, Eimer, Hacke - und eine Familie kann ihr eigenes Gemüse anbauen
für ein Ferkel - eine Invesition in die Zukunft einer Familie