Ehemalige Stipendiaten des DNK/LWB unterstützen ukrainische Flüchtlinge

Ein Stück heile Welt: Flüchtlingskinder in Wolkendorf, Rumänien Die Gemeinde hat über 20 ukrainische Familien aufgenommen. Foto: Uwe Seidner

Der Krieg dauert an, Menschen brauchen weiter Hilfe

HANNOVER, Deutschland – Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine haben mindestens 5,7 Millionen Menschen das Land verlassen. Wann sie zurückkehren können, ist ungewiss. Die meisten haben in den Nachbarländern Schutz gesucht, wo sie von zahlreichen Helferinnen und Helfern mit dem Lebensnotwendigen versorgt werden. Auch in den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Polen, Rumänien, Ungarn und der Slowakei ist die Solidarität mit den Geflüchteten enorm. Angesichts der größten Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es unter den Kirchenmitgliedern, Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen eine beispiellose Mobilisierung.

Zuflucht in Rumänien und in der Slowakei

Die etwas mehr als 100 Seelen starke Gemeinde Wolkendorf (rumänisch Vulcan) der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien hat über 20 Menschen aus der Region Odessa in ihren Räumlichkeiten aufgenommen, neun davon sind Kinder im Vorschulalter. Bis jetzt sind Helferinnen und Helfer mehrmals in der Woche an die 400 Kilometer entfernte Grenze zur Ukraine gefahren und haben Menschen abgeholt, die entlang der Schwarzmeerroute nach Rumänien gekommen sind. Die Aktion ist eng mit der Gemeinde der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine in Odessa abgestimmt, zu der seit vielen Jahren enge Beziehungen bestehen.

Uwe Seidner, Pfarrer in Wolkendorf und Alumnus des DNK/LWB-Stipendienprogramms, freut sich, insbesondere den Kindern ein Stück heile Welt anbieten zu können. Immerhin mussten sie ihre Väter in der Ukraine zurücklassen. „Da für unsere Gemeinde Tourismus eine wichtige Einkommensquelle darstellt, hatten wir die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Geflüchtete in unserem Gästehaus aufzunehmen. Ich selbst bin erstaunt, wie schnell sich meine Kirche bewegt hat. Mittlerweile haben fast alle größeren Gemeinden, aber auch viele Ehrenamtliche Initiativen gestartet.“

Auch Samuel Miško, Leiter des Kirchenamtes im slowakischen Prešov, hat in diesen Tagen viel zu tun. Die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakischen Republik hat direkt an der slowakisch-ukrainischen Grenze eine Anlaufstelle für Flüchtlinge eingerichtet. Das Kirchenamt in Prešov organisiert Unterkünfte sowie den Transport für Menschen, die in andere Länder weiterfahren möchten. Allein in der Slowakei hat das Kirchenamt mehr als 6.500 Personen untergebracht.

„Die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen hier mit den Geflüchteten ist überwältigend“, sagt Samuel Miško, der mit einem Stipendium des DNK/LWB zum Studium in Heidelberg war. „Aber auch die anfallenden Aufgaben sind enorm!“ Denn nicht nur für Unterbringung und Verpflegung muss gesorgt werden. Denjenigen, die länger in der Slowakei bleiben, hilft das Kirchenamt dabei, Jobs zu finden. Außerdem sollen so viele Kinder wie möglich die Schule besuchen. „Ende März haben wir bereits 71 Kinder in evangelischen Kirchen eingeschult“, freut sich Miško.

„Helft uns helfen!“

Bei allem Engagement sind die oft kleinen LWB-Mitgliedskirchen in den Nachbarländern der Ukraine auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Geflüchteten längerfristig versorgen zu können. So stellt Uwe Seidner fest: „Wir können diese enormen Herausforderungen auf Dauer nicht allein bewältigen.“ Zumal die Gemeinde aller Voraussicht nach bis auf Weiteres auf wesentliche Einnahmen aus ihrem Gästehaus verzichten muss.  Auch Samuel Miško betont, wie wichtig die Rückendeckung aus den Partnerkirchen und vom LWB in diesen Zeiten ist. Er appelliert eindringlich an die ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten des DNK/LWB: „Wir alle können etwas zurückgeben von dem, was wir als Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten haben. Helft uns helfen!“

In diesem Sinne schließen sich die beiden ehemaligen Stipendiaten dem Spendenaufruf des Lutherischen Weltbundes an. Es gilt, Menschen aus der Ukraine zu unterstützen, die nach dem Einmarsch Russlands aus ihrer Heimat geflohen sind. Sie brauchen Unterkünfte, Nahrung und Wasser. Aber auch Arbeit und Schulbesuch müssen ermöglicht werden, damit die Menschen inmitten dieser unruhigen Zeit etwas Normalität wiedererlangen können. Jede Spende ist willkommen!

 

Spendenkonto des DNK/LWB:

IBAN: DE21 5206 0410 0000 4195 40

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Spende Ukraine-Soforthilfe

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