„Die Zukunft der Kirche wird ökumenisch gelebt“

Lutherische Delegation mit Kardinal Koch (Mitte) und Pater Augustinus (rechts). Foto: VELKD

Begegnungsreise von VELKD und DNK/LWB nach Rom endet mit einem Gottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche

HANNOVER, Deutschland (LWI) - Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche in Rom ist am vergangenen Sonntagvormittag die Begegnungsreise der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) zu Ende gegangen. Die Predigt hielt der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, nach einem Grußwort von LWB-Präsident Panti Filibus Musa. Landesbischof Ralf Meister, leitete die Abendmahlsfeier.

Rückblick auf die ökumenischen Gespräche

Der Leitende Bischof der VELKD und Landesbischof der der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister sagte im Rückblick: „Die Stärke dieser Reise lag in der Vielfalt der Begegnungen. In Gesprächen mit Vertretern des Vatikans lag ein Schwerpunkt in der Frage, wie der Weg für konfessionsverbindende Ehen zum Abendmahl geöffnet wird. Wir skizzierten die besondere Situation und Not in Deutschland. Dieses Gespräch darf nicht abreißen, auch wenn bei zentralen theologischen Themen noch keine Übereinstimmungen erzielt worden sind. Ermutigend waren die Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern von Sant’Egidio und der Fokolar-Bewegung – zwei Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche, die in überkonfessioneller Weite alle Menschen christlichen Glaubens und guten Willens miteinander verbinden. Es sind glaubwürdige christliche Zeugnisse in der Welt. Das zeigt: die Zukunft der Kirche wird ökumenisch gelebt.“

Die lutherische Delegation führte am 24. Juni Gespräche mit dem Päpstlichen Einheitsrat im Vatikan, darunter mit Kardinal Kurt Koch sowie mit Kardinal Luis Ladaria (Präfekt der Glaubenskongregation) und tauschte sich u.a. über den Stand des abgeschlossenen lutherisch-katholischen Dialogs „Baptism and Growth in Communion“ sowie über das angekündigte „Gemeinsame Wort“ von Vatikan und LWB zur Exkommunikation Luthers 1521 aus. Auch die Stellungnahme der Bischofskonferenz der VELKD zur Studie „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ kam zur Sprache.

Ökumenischer Dialog ist Übersetzungsarbeit

Zu den Gesprächen mit dem Päpstlichen Einheitsrat äußerte der Vorsitzende des DNK/LWB und  Landesbischof der der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Dr. h. c. Frank Otfried July: „Der ökumenische Dialog muss zukünftig stärker als eine Übersetzungsarbeit zwischen den Konfessionen und ihren theologischen Traditionen verstanden werden. Deshalb ist es wichtig, sich sorgfältig darüber zu verständigen, was wir in den jeweiligen theologischen Traditionen mit den Begriffen meinen, die wir gemeinsam verwenden. Auch ist eine genaue Kenntnis der Rezeptionsprozesse in den Kirchen notwendig. Wir sind dankbar, dass wir dieses Gespräch führen konnten und hoffen auch zukünftig auf einen konstruktiven Dialog.“

Nach den Begegnungen im Vatikan, traf sich die Delegation während der Reise mit Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinschaft Sant’Egidio, der Fokolar-Bewegung, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien sowie mit dem Gesandten der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Eine Fotogalerie zur Reise finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen.

Zur Delegation, die vom 23. bis zum 27. Juni zu ökumenischen Gesprächen und Begegnungen nach  Rom gereist ist, gehörten der Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof Dr. h. c. Frank-Otfried July, Landesbischof Ralf Meister (Leitender Bischof der VELKD) und Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Catholica-Beauftragter der VELKD). Begleitet wurden sie von OKR Norbert Denecke und OKR Dr. Oliver Schuegraf (Geschäftsstelle des DNK/LWB) sowie OKRin Henrike Müller und OKR Johannes Dieckow (Amtsbereich der VELKD).  

Die gemeinsame Delegationsreise ist Ausdruck der engen Zusammenarbeit von VELKD und DNK/LWB und unterstreicht den hohen Stellenwert der Catholica-Arbeit.

Weitere Informationen zur Begegnungsreise: