Deutsche Lutheraner beenden Italien-Reise

Die Delegation des DNK/LWB trifft Partner in Rom. Foto: DNK/LWB Florian Hübner

Beeindruckendes Zeugnis der lutherischen Kirche in Süditalien

Die Delegation des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) hat heute ihre Begegnungsreise nach Italien beendet. In Neapel und Torre Annunziata besuchte die Gruppe die Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche Italiens (ELKI) sowie diakonische Einrichtungen. Der Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof Gerhard Ulrich, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit: „In den Gemeinden am Golf von Neapel gelingt es auf beeindruckende Weise, Kultur, sinnvolle Freizeitgestaltung und Kirche zu verbinden. Die diakonische Arbeit strahlt kräftig in die Gesellschaft. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der diakonische Dienst der lutherischen Kirchen weltweit ist.“
 
In Torre Annunziata besuchte die Delegation ein Kultur- und Begegnungszentrum. „Mit großem Erfolg werden hier über ein Theaterprojekt junge Menschen erreicht, die unter prekären Lebensbedingungen aufwachsen", lobte der Vorsitzende des DNK/LWB. In Neapel erhielt die Gruppe eine Führung durch das Evangelische Krankenhaus „Villa Betania“, das von verschiedenen evangelischen Kirchen getragen wird. Cordelia Vitiello, LWB-Ratsmitglied der ELKI und Vizepräsidentin des Krankenhauses, stellte unter anderem das Projekt Rose Rosa vor. Es unterstützt Frauen in schwierigen Lebensumständen ganzheitlich mit psychologischer, geistlicher und sozialer Hilfe. Das Projekt wurde in den vergangenen Jahren durch das DNK/LWB gefördert.
 
Die ELKI ist die einzige Mitgliedskirche des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Italien. Ihr gehören ungefähr 7.000 Gemeindeglieder in 15 Gemeinden an. Ulrich zollte den Kirchenvorständen und Verantwortlichen in der diakonischen Arbeit seinen Respekt. „Wir sind dankbar für den Dienst unserer Schwesterkirche. Wir werden die ELKI mit ihren Gemeinden und Arbeitsbereichen weiter begleiten und unterstützen“, sagte der Vorsitzende zum Abschluss.
 
Vor der Weiterreise nach Neapel hatte die Delegation in Rom Gespräche mit verschiedenen Vertretern des Vatikans geführt. Mit Papst Franziskus, Erzbischof Ladaria und Monsignore Türk wurde das Fortschreiten auf dem gemeinsamen Weg zwischen Lutheranern und Katholiken bestätigt. Außerdem nahm die Delegation an dem Abendgebet von Sant’Egidio in Santa Maria in Trastevere teil und informierte sich über die aktuelle Arbeit der Gemeinschaft. Ein weiteres Treffen fand mit Studierenden des Centro Melantone statt. Das DNK/LWB vergibt Stipendien an lutherische Theologiestudierende für das Theologische Studienjahr, um ihnen vertiefte Einblicke in die Ökumene zu ermöglichen.
 
Neben Landesbischof Ulrich umfasste die Delegation in Neapel den Schaumburg-Lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, den Geschäftsführer des DNK/LWB, OKR Norbert Denecke, den Referenten für ökumenische und theologische Grundsatzfragen des DNK/LWB, OKR Dr. Oliver Schuegraf sowie den Ökumene-Referenten der VELKD, KR Johannes Dieckow. Die Begegnungsreise dauerte vom 2. bis 7. Juni 2018.