Begegnung und Solidarität in angespannten Zeiten

Die Delegation des DNK/LWB unter der Leitung von Kirchenrätin Dr. Maria Stettner zusammen mit Bischof Benjamin Fuduta und Gastgebern aus der Lutherische Kirche Christi in Nigeria. Foto: Thomas Lohnes

DNK/LWB-Delegation besucht Schwesterkirche in Nigeria

Eine Delegation des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) hat vom 26. bis 31. Januar 2019 die Lutherische Kirche Christi in Nigeria (LKCN) besucht. Sie folgte der Einladung des Erzbischofs der Kirche, Panti Filibus Musa, der auch Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) ist.
 
„Wir wollten unsere nigerianische Schwesterkirche kennenlernen. Mit unserem Interesse geben wir auch ein Zeichen: Wir sind auch über Kontinente hinweg miteinander verbunden“, fasst Kirchenrätin Dr. Maria Stettner zusammen, die die Begegnungsreise leitete. In Nigeria herrschen zurzeit verschiedene Konflikte, die teilweise eine religiöse Komponente besitzen. Zudem finden im Februar Wahlen statt. „Uns hat beeindruckt, wie die Kirche in dieser angespannten Situation eine lebendige, gastfreundliche, missionarische und diakonische Kirche ist und sich aktiv im interreligiösen Dialog engagiert“, sagte die Stellvertretende Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses des DNK/LWB zum Abschluss der Reise.
 
Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms stand der fünftägige Kirchentag der LKCN in Demsa, Ostnigeria. Die seit 1925 stattfindende jährliche Versammlung brachte rund 50.000 Delegierte aus den neun Diözesen und den Nachbarstaaten zusammen. „Die Kirchentage haben für die Lutherische Kirche Christi eine zentrale Bedeutung. Man lebt quasi darauf hin. Es ist ein großartiges Gemeinschaftsgefühl, wenn so viele Menschen fünf Tage lang unter freiem Himmel zusammenkommen. Wie bei unseren deutschen Kirchentagen kommen die Menschen von weit her, um miteinander zu beten, zu diskutieren und Gemeinschaft zu erfahren“, so Stettner.
 
Des Weiteren besuchte die Delegation Projekte der Kirche, das theologische Seminar der Kirche Bronnum und die Konferenz der rund 1.000 Pfarrerinnen und Pfarrer. „Besonders bewegt hat mich das Symbols-of-Hope-Projekt, mit dem die Kirche ein Zeichen gegen Schleuserbanden und irreguläre Migration setzt“, sagte Stettner. In dem LWB-Projekt erzählen rückkehrende Migrantinnen und Migranten vor Schulklassen von ihren Erfahrungen auf den Schleuserrouten nach Nordafrika: „Viele werden mit falschen Versprechungen gelockt, auf dem Weg ausgeraubt, missbraucht oder verlieren ihr Leben oder ihre Angehörige. Die wenigsten erreichen das Mittelmeer, geschweige denn Europa.“ Neben der Aufklärung will das Projekt solche „gescheiterte“ Migrantinnen und Migranten wieder in Nigeria reintegrieren und ihre Zukunftschancen durch Berufsausbildung verbessern. „Wir werden in unseren Gremien beraten, wie wir dieses wichtige Projekt unterstützen können“, so Stettner.
 
Neben Stettner waren Teil der Delegation: OKR Norbert Denecke, Geschäftsführer des DNK/LWB, Tim Sonnemeyer, Mitglied im Jugendausschuss des DNK/LWB, Reinhard Hansen, Afrikareferent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Florian Hübner, Pressesprecher des DNK/LWB, sowie Medienvertreter. Die LKCN hat rund 2,2 Millionen Mitglieder (gezählt auf Grundlage des Gottesdienstbesuchs). Sie ist seit 1961 Mitgliedskirche des LWB und die größte LWB-Mitgliedskirche in Westafrika.