(C) ACT, P. Jeffrey

Hunderttausende weiterhin auf der Flucht

LWB versorgt syrische Flüchtlinge in Jordanien

50 Cent pro Tag für Lebensmittel

Millionen Menschen haben Syrien aus Angst um ihr Leben verlassen. In Jordanien stehen sie  meist vor dem Nichts. Dann hilft der Lutherische Weltbund.

"Wir flohen aus Homs, als die Bombenangriffe zu stark wurden", berichtet Merwad Awasay, "Assads Todesleute waren überall." Homs zählte zu den Hochburgen des Widerstands gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Fast drei Jahre lang kämpften Regierungstruppen und Rebellen um die Stadt. Monatelang war die Bevölkerung von Hilfe abgeschnitten.

Die heute 23-jährige entkam mit ihrer Familie gerade noch rechtzeitig aus Homs. Sie flohen nach Jordanien, direkt hinter die syrische Grenze. Ihr Mann hat in dem Ort Al Mafraq einen kleinen, ungenutzten Stall gefunden. Dunkel und muffig ist es hier und in der Luft liegt noch

der Geruch der Tiere. "Es ist ein schreckliches kleines Loch", sagt Merwad, aber eine andere Unterkunft könne sich die Familie nicht leisten. Notdürftig haben sie den Stall hergerichtet. Seit über zweieinhalb Jahren lebt das Paar jetzt dort mit ihren drei kleinen Töchtern.

"Wir brauchen Essen, Kleidung und Gas für den Heizstrahler", beschreibt Merwad ihre Situation. An allem mangelt es der Familie. Kaum ein Flüchtling konnte mehr als die Kleidung am Leib aus Syrien mitnehmen. Die Ersparnisse, die manche bei sich trugen, sind schnell erschöpft. Für den dauerhaften Lebensunterhalt sind Hundertausende auf Hilfsorganisationen angewiesen.

Ohne Gas wird gefroren
Merwads Mann steht in einer langen Schlange im Zentrum von Al Mafraq. Vor dem Gemeindehaus haben sich schon seit den Morgenstunden einige hundert Menschen versammelt. Hier verteilt der Lutherische Weltbund Gutscheine, mit denen die Flüchtlinge ihre Gasflaschen wieder auffüllen lassen können. Gas wird hier in der jordanischen Wüste zum Kochen genauso gebraucht wie zum Heizen. Im Winter sinken die Temperaturen auf 0 Grad.

Merwads Familie betreibt mit dem Gas einen Heizstrahler. Im Winter ist er das Zentrum der Wohnung. Die gesamte Familie versammelt sich darum und wärmt sich. Um den Strahler liegen Matratzen, die tagsüber als Sitzgelegenheit dienen. Nachts schläft hier die ganze Familie. Den Heizstrahler und die Matratzen hat die Familie vom LWB erhalten. Mit der heutigen Nachfüllung der Gasflasche kann die Familie wieder heizen und kochen. Wenn das Gas alle ist, wird gefroren.

Lebensmittel für 9 000 Menschen
Neben der Kälte ist der Hunger die größte Herausforderung. Der Lutherische Weltbund versorgt ab 2015 immer mehr Flüchtlinge mit Lebensmitteln, da den Vereinten Nationen dafür die Gelder ausgehen. Insgesamt 9 000 Menschen will der LWB mit Lebensmittelmarken versorgen. Nur 50 Cent pro Tag kosten die notwendigsten Lebensmittel für eine Person in Jordanien. Mit 15 € im Monat kann eine Person versorgt werden, mit 75 € eine ganze Familie.

Die Not der Flüchtlinge ist vier Jahre nach Ausbruch der Syrienkrise größer als je zuvor. Aus einem akuten Notfall ist eine dauerhafte humanitäre Krise geworden. Ein Ende des Bürgerkriegs ist nicht in Sicht. Merwad hat aber die Hoffnung nicht verloren: "Wir kehren nach Syrien zurück, sobald Assad fort ist", sagt sie, "So Gott will!".

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Publikationsdatum dieser Seite: 25.05.2016 14:12