Palästina
Ausbildung auch in der Westbank
Isam ist 17 Jahre alt und lebt in einem kleinen Ort in der Westbank in der Nähe von Ramallah. Sein Vater hat vor acht Monaten seine Arbeit verloren und die Familie lebt am Rande des Existenzminimums. Die Arbeitslosigkeit ist seit der zweiten Intifada im Jahr 2000 auf geschätzte 40-65 Prozent gestiegen.
Der Mauerbau, der den Weg zwischen Familien, zu Krankenhäusern, Schulen und Arbeitsplätzen abschneidet, hat diese Entwicklung noch verschärft. Ein Großteil der Männer hat durch die Straßensperren seine Arbeit verloren. Rund 60 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze und sind abhängig von ausländischer Nahrungsmittelhilfe. 13,3 Prozent der Kinder sind unterernährt; das ist vergleichbar mit Simbabwe (13 Prozent) und Kongo (14 Prozent). Viele der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Zum Glück für Isam hat das Berufsausbildungscenter in Jerusalem (VTC) vom Lutherischen Weltbund Mitte 2004 einen weiteren Standort in Ramallah (VTCR) gegründet. Hier hat Isam sich angemeldet, um die einjährige Ausbildung zum Automechaniker zu absolvieren. Nur noch wenige Wochen und er kann zum Lebensunterhalt seiner Familie beitragen.
Der Vorteil am neuen Standort Ramallah ist, dass die Lehrkräfte leichter Kontakt zu den örtlichen Arbeitgebern aufnehmen können. Der Unterricht ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert, den die Studenten zum Teil in den Betrieben vor Ort absolvieren. Dieses System garantiert gute Vermittlungschancen nach der Ausbildung.
Isam ist einer von 43 Schülern, die entweder an den Kursen für Automechanik, Telekommunikation oder das Tischlerhandwerk teilnehmen. Die Möglichkeiten im VTC in Jerusalem, das bereits 1952 gegründet wurde und auch spezielle Kurse für Frauen anbietet, konnte wegen der Mauer keiner von ihnen nutzen. In Jerusalem werden auch zweijährige Kurse angeboten in den Bereichen Autoelektronik, Installation und Metallarbeiten. Auf das dazugehörige Internat greifen mehr als 50 Prozent der jährlich rund 170 Schüler zurück. So können die Studenten die gefährlichen und langwierigen Fahrten durch Straßenbarrieren und Kontrollpunkte vermeiden.
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