Medizinische Hilfe für Nieren- und Krebskranke

... zum Beispiel in Palästina

Der Bau der Mauer, die die israelischen und palästinensischen Gebiete voneinander abtrennt, hat die Palästinenser von allen wichtigen Einrichtungen abgeschnitten - auch von der medizinischen Versorgung. Das Auguste-Victoria-Hospital in Jerusalem, betrieben vom Lutherischen Weltbund (LWB), versucht durch einen Busverkehr die Behandlung der Patienten sicherzustellen.

Muna (12) und Hadiyyah (14) kommen zweimal wöchentlich aus ihrem Dorf in der Westbank mit dem Bus zur Dialyse ins Auguste-Victoria-Krankenhaus auf dem Ölberg. Ihr Leben hängt von der Behandlung in diesem Krankenhaus in Ost-Jerusalem ab, das als einzige Klinik in den palästinensischen Gebieten über Dialyse-Einrichtungen für Kinder und ein hochmodernes Strahlenbehandlungszentrum für Krebserkrankungen verfügt.

Munas und Hadiyyahs Blutwäsche beginnt um sieben Uhr früh und dauert vier Stunden - eine lange Zeit, die sich die Mädchen mit Malen, Singen und sogar Tanzen vertreiben. Noch länger allerdings dauert der Transport zum Krankenhaus und zurück nach Hause, denn nach Beginn der zweiten Intifada 2000 haben die israelischen Militärbehörden eine Mauer gebaut, die die besetzten palästinensischen Gebiete untereinander und von Israel abtrennt. Es gibt kaum noch Durchlässe in dieser Sperranlage und die Kontrollen sind scharf und dauern lange. Die Bevöl-kerung in diesen Gebieten kann kein normales Leben mehr führen. Sie sind abgeschnitten: Von Freunden und Verwandten, von Arbeitsplätzen, Schulen, Märkten, Dienstleistungen und von der medizinischen Versorgung.

Das Auguste-Victoria-Krankenhaus gehört zu dem 1910 errichteten Gebäudekomplex der Himmelfahrtkirche. Das frühere kaiserliche Hospiz für deutsche Reisende ist ursprünglich eine Stiftung der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria. Später diente es als englisches Hauptquartier und wurde schließlich zu einem Militärkrankenhaus umgebaut. Seit 1950 betreibt der Lutherische Weltbund (LWB) das Krankenhaus in Treuhänderschaft für die Auguste-Victoria-Stiftung.

Rund 75 Prozent der Patientinnen und Patienten kommen aus dem Westjordanland bzw. dem Gazastreifen. Der Busdienst des Krankenhauses sammelt mehrmals wöchentlich die Patienten ein, um sie zur oft lebensrettenden Behandlungen auf den Ölberg zu fahren. Der Bus kann die vielen Kontrollpunkte nur passieren, weil das Krankenhaus die Genehmigungen beim israeli-schen Militär besorgt. Trotzdem sind die Transporte der Willkür der Soldaten ausgeliefert.

Dennoch: Die Buslinien helfen, die Mauern zu überwinden und den Charakter Jerusalems als einer Stadt zu bewahren, die Heimat von Juden, Muslims und Christen ist.

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Publikationsdatum dieser Seite: 31.03.2011 15:30