Kindersoldaten
... zum Beispiel in Uganda
David war zehn Jahre alt, als er im Norden Ugandas von den Rebellen der "Widerstandsarmee Gottes" (LRA) entführt wurde. Gleich am ersten Abend wurde ihm klar, dass sein Leben nichts mehr wert ist: Ein mit ihm entführtes Mädchen wurde kurzerhand erschlagen, als es nicht mehr laufen konnte.
Seit etwa 20 Jahren kämpft die LRA gegen die ugandische Regierung, angeblich, um einen christlich-fundamentalistischen Gottesstaat zu errichten. In dieser Zeit wurden rund 1,6 Millionen Menschen in die Flucht getrieben, mehrere Zehntausend kamen ums Leben. Rund 90 Prozent der Bevölkerung Nordugandas lebt in Flüchtlingslagern.
David trug zuerst nur die Waffen und Vorräte. Später wurde er zum Töten ausgebildet. Immer wieder musste er furchtbare Grausamkeiten mit ansehen und wurde gezwungen, selbst solche Grausamkeiten zu begehen: "Ich weiß nicht, wie viele Menschen ich töten musste," sagt der heute 14-Jährige. "Ich träume jede Nacht davon."
Nach anderthalb Jahren bei den Rebellen konnte David fliehen. Das gelang bisher nur etwa zehn Prozent der etwa 28.000 Kinder und Jugendlichen, die entführt wurden. Die meisten sterben in Gefechten, auf Gewaltmärschen, an Krankheiten oder werden von ihren Kameraden beim Fluchtversuch getötet. Viele Mädchen, die den Kämpfern als "Frau" gegeben werden, sterben bei Vergewaltigungen oder bei der Geburt ihrer Kinder.
David gelangte in ein Auffanglager, in dem er medizinisch und therapeutisch betreut wurde. Nach drei Monaten kehrte er zu seiner Familie zurück. Seine Eltern waren überglücklich, doch die anderen Dorfbewohner lehnen ihn ab. "Sie glauben, dass ich dabei war, als unser Dorf von der LRA überfallen wurde," erklärt David. Er geht wieder zur Schule und will Arzt werden. "Ich habe so viele Menschen sterben sehen und konnte ihnen nicht helfen!"
Der Lutherische Weltbund (LWB) baut in Norduganda Brunnen, Toiletten, Schulen und Häuser. Kinder aus besonders armen Familien und Waisenkinder werden durch kostenloses Schulmaterial unterstützt. Frühere Kindersoldaten erhalten außerdem psychologische Betreuung, damit sie ihre traumatischen Erlebnisse überwinden können.
Hilfe für frühere Kindersoldaten - mit Ihrer Spende auf unser Konto 419 540 bei der EKK Hannover (BLZ 520 604 10)

