Vollversammlung des LWB in Stuttgart

"Unser tägliches Brot gib uns heute"

Vom 20. Juli bis zum 27. Juli 2010 tagte die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart. Über 400 Delegierte und ungezählte Gäste, Berater und Journalisten der Welt waren in Deutschland zu Gast. Unter dem Thema "Unser tägliches Brot gib uns heute" ging es nicht nur um Nahrungssicherheit, sondern auch um weitreichende gesellschaftliche und religiöse Themen, wie die Bekämpfung von HIV und Aids, illegitime Schulden oder den Klimawandel. Auf dieser Seite bündelt das DNK/LWB seine Berichterstattung der Vollversammlung und verweist auf andere Internetangebote der Vollversammlung und des Lutherischen Weltbundes (ganz am Ende der Seite).

 

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Bitte um tägliches Brot ist Zeichen von Würde

Erzbischof von Canterbury hielt Hauptvortrag vor der Vollversammlung des LWB

Die Bitte um das tägliche Brot - um materielle oder spirituelle Nahrung - ist nach den Worten des Erzbischofs von Canterbury, Dr. Rowan Williams, ein "Zeichen von Würde". Sie fordere die Arroganz derer heraus, die denken, dass sie nichts bräuchten, sagte Williams vor der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart. Bis zum 27. Juli beraten mehr als 400 Delegierte aus 145 Mitgliedskirchen unter dem Motto "Unser tägliches Brot gib uns heute". Der Erzbischof von Canterbury hielt den Hauptvortrag zum Thema des Treffens. Die vierte Bitte des Vaterunsers "wird somit zu einer Bitte, in der wir Gott bitten, in uns den Sinn für die Menschlichkeit in ihrer Fülle und ihrem Reichtum zu erhalten; uns die zwischenmenschlichen Beziehungen zu geben, die uns als Mensch erhalten, unserer Sterblichkeit und unserer Bedürfnisse bewusst und dennoch überzeugt zu sein, dass wir geliebt werden", so Williams. Es sei eine Bitte, die die Menschen an ihre Bedürfnisse erinnere. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ernährt werden müssen und dass wir nicht selbst all das erzeugen können, was wir zum Leben und Gedeihen brauchen."

Die Vaterunser-Bitte fordere dazu auf, neben den eigenen Bedürfnissen auch die der Mitmenschen zu erkennen. Dazu gehöre auch, sich im Vertrauen einander zuzuwenden sowie vergeben zu können und Vergebung zu erfahren. Dies sei nur möglich, wenn sich die Kirchen auf ihr Fundament, die Feier des Abendmahls, als "Zentrum unserer christlichen Identität", besinnen. "Es ist einfach eine Bitte, dass Christus unsere Nahrung ist, so dass aller selbstgenügsame Stolz, die Angst und Verteidigung des Einzelnen, alle gierigen Versuche, auf Kosten unserer Nächsten zu leben, überwunden werden", führte der Erzbischof aus. "Und die Kirche erklärt klar und mit Überzeugung, dass das Brot für den Hunger der Welt tatsächlich in dem Leib des Herrn gefunden werden kann." Ein an diesem Fundament orientiertes Leben müsse Gerechtigkeit, Großzügigkeit und Nächstenliebe verkörpern.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.

22. Juli 2010
Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 12. September 2011 10:51