Vollversammlung des LWB in Stuttgart
"Unser tägliches Brot gib uns heute"

Halbzeit mit Workshops und Begegnungen auf der Jugendvorkonferenz des LWB in Dresden
Die über 120 jungen Lutheranerinnen und Lutheraner aus den 140 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben sich gestern auf drei Hauptthemen geeinigt, die sie in die Vollversammlung des LWB einspeisen wollen: Nachhaltigkeit und Klimawandel, Geschlechtergerechtigkeit und die Rolle der Jugend im LWB. Zurzeit bearbeiten sie diese Themen in verschiedenen Workshops im Dresdner "Theater Wechselbad (Maternistraße 17). U. a. schreiben sie Positionspapiere und entwickeln Strategien für die Lobbyarbeit. Als Anregung für die Themenwahl hat auch der am Montag vom namibischen Bischof Dr. Zephania Kameeta gehaltene Hauptvortrag zur Rolle der Jugend in der lutherischen Kirchengemeinschaft und seinen Aussagen zur weltweiten Nahrungsmittelkrise und dem Klimawandel gedient.

Als Beispiel eines gelungenen Ansatzes der nachhaltigen Hilfe zur Überwindung von Armut und Hunger stellte Kameeta das Bedingungslose Grundeinkommen (Basic Income Grant) in Otjivero, Namibia vor. In dem Pilotprojekt, das mit Unterstützung der Ev.-Luth. Kirche Namibias umgesetzt wurde, erhalten alle Bewohner von Otjivero bedingungslos 100 Namibische Dollar im Monat. Entgegen der kritischen Erwartungen, dass das Geld nur zum Vergnügen eingesetzt würde, ergab sich ein Entwicklungsschub in Otjivero.
Ebenfalls zur Vorbereitung der Themen fand gestern (Dienstag) eine Podiumsdiskussion mit dem gewählten LWB-Generalsekretär, Pfarrer Martin Junge, und dem amtierenden Direktor der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung, Dr. Jaap Schep, statt. Neben den Fragen nach weltweiter Gerechtigkeit, Mission und der Gemeinschaft der lutherischen Kirchengemeinschaft hoben beide die Bedeutung der Jugend für die Kirchen und den LWB hervor: "Ihr seid nicht die Zukunft der Kirche, sondern ihre Gegenwart und in ihr gegenwärtig!", so Junge. Für eine wirkungsvolle Jugendbeteiligung brauche es auch nicht nur Trainings für junge Menschen, sondern genauso müssten die Fähigkeiten der Kirchen, dieses Potential auch zu nutzen, weiterentwickelt werden.
Die Konferenzsprache ist englisch und mittlerweile sind sich die jungen Menschen aus Amerika, Afrika, Asien und Europa schon deutlich näher gekommen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie unkompliziert Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen miteinander ins Gespräch kommen. So diskutieren Lutheraner aus den USA mit Delegierten aus Indonesien und eine Delegierte aus Brasilien übersetzt eine Unterhaltung mit dem Kollegen aus Finnland und Nigeria ins Portugiesische.
Alle bisherigen Gespräche, Diskussionen sowie die sich daraus ergebenen Kernanliegen der Jugenddelegierten sollen bis Freitag, 16. Juli, in eine zentrale Botschaft der Jugendvorkonferenz münden. Die Verabschiedung findet dann im Rahmen einer Sitzung statt, die nach den offiziellen Regeln der Vollversammlung verläuft. Der Freitag ist auch gleichzeitig der Abschlusstag der Vorkonferenz der LWB-Jugend in Dresden, die aus unterschiedlichen Erdteilen seit Sonntag, 11. Juli, in der sächsischen Landeshauptstadt tagen. Das Treffen dient der Vorbereitung auf die LWB-Vollversammlung in Stuttgart vom 20. bis 27. Juli.
Am Donnerstag, 15. Juli, steht noch ein interessanter Besuchstag bei diakonischen und anderen kirchlichen Einrichtungen auf dem Programm. Geplant sind in Gruppen von ungefähr 10 Personen Erkundungen und Gespräche bei der Dresdner Behindertenhilfe (Holzhofgasse 4), dem Ökumenischen Informationszentrum und dem Stadtjugendpfarramt. In Wilsdruff wird die Stiftung "Leben und Arbeit" mit ihren vielfältigen Angeboten in Bereichen Kultur, Wohnen, Arbeit und Freizeitgestaltung besucht. Weitere Besuche sind in Kinder- und Jugendhäusern in Dresden-Laubegast und Dresden Gorbitz geplant sowie auf dem CVJM-Jugendschiff.

